Chronik

Wappenbeschreibung

Das Wappen ist geteilt. In der oberen Hälfte in Silber die Halbfigur eines Augustiner-Mönches in Vorderansicht, beiderseitig begleitet von einem grünen Weinstock. Die untere Hälfte ist in Blau und Gold geschachtet.

Wappenbegründung

Das Ortswappen wurde in dieser Form nach dem Entwurf des Verfassers vom Ministerium des Innern in Rheinland-Pfalz durch Urkunde vom 10.06.1953 genehmigt. Der Ort gehörte im Mittelalter zur Vorderen Grafschaft Sponheim, kam nach deren Erlöschen (1473) in gemeinschaftlichen Besitz von Baden und Kurpfalz. Seit 1707 bis Ende des 18 Jhds. war die Kurpfalz alleiniger Ortsherr. Das blau-goldene Schachmuster ist in Verbindung mit dem Gemerk P--S durch Gerichtssiegel des 17. Jhds. überliefert. (Original-Siegelabdrücke im Staatsarchiv Darmstadt, Gipsabdrücke im Staatsarchiv Mainz.) Die obere Hälfte des jetzigen Ortswappens ist modern "redend" gestaltet. Das ganze Wappen versinnbildlicht die wichtigsten Kräfte, welche die Ortsgeschichte bestimmten: Die Grafen von Sponheim und die Augustiner-Mönche, die durch ihr örtliches Kloster-Stift zu bodenständigen Kulturträgern wurden und zugleich Hauptförderer des uralten Weinbaus der Gemeinde waren. Die Tingierung des Sponheimer-Wappens ist festgelegt. Die übrige Tingierung entspricht heraldischen Gewohnheiten. Das Ordensgewand der Augustiner-Mönche war schwarz.

Geschichte

In vielen Schriften über Pfaffen-Schwabenheim wird das Jahr 765 als Datum der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes genannt. Man beruft sich dabei auf eine Urkunde, die Graf Cancro als Stifter eines Weinberges an das Kloster Lorsch ausweist. Auf diese stützte sich die Gemeinde auch bei der Festlegung ihrer 1200-Jahrfeier im Jahre 1965.

Ob der Weinberg tatsächlich in der Pfaffen-Schwabenheimer Gemarkung gelegen hat, ist indes keineswegs sicher. Die Urkunde nennt lediglich einen Ort namens „Suaboheim im Wormsgau", womit ebenso Schwabenheim an der Selz gemeint sein kann. Die Tatsache, dass in der gleichen Region zwei Ortschaften gleichen Namens vorhanden sind, bedingt die Unmöglichkeit einer klaren Festlegung zugunsten des einen oder anderen Ortes in vier weiteren Schenkungsurkunden der Abtei aus dem 8. Jahrhundert.

Aufgrund der Schenkungen in den benachbarten Orten an dasselbe Kloster im gleichen Zeitraum und der Häufigkeit der Urkunden, in denen „Suaboheim" genannt wird, kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich die eine oder andere Urkunde auf Pfaffen-Schwabenheim bezieht.

Die erste sichere Erwähnung findet der Ort im Jahre 1130. Erzbischof Adalbert I. von Mainz beurkundete damals, dass Graf Meginhard von Sponheim „in villa que vocaturSuaboheim" (in dem Ort, der Schwabenheim heißt) das Kloster an das Erzstift zur Besetzung mit Augustiner-Chorherren übertragen habe.     

Erstmals erfahren wir in dieser Urkunde auch etwas über das Kloster, mit dessen Geschicken sich die des Ortes eng verbinden. Ihm verdankt es den späteren Zusatz „Pfaffen" in seinem Namen. Zur Unterscheidung von Schwabenheim an der Selz taucht er erstmals in einer Urkunde des Jahres 1248 auf.

Der Ortsname „Schwabenheim" könnte auf eine alemannische Besiedelung zurückzuführen sein. Dieser Volksstamm war im heutigen Schwaben heimisch und drang in unseren Raum vor. Möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, ist aber auch die typische Namenszusammensetzung der fränkischen Dörfer. Demnach wäre Schwabenheim als „heim des Suabo" zu deuten. Es gibt ohnehin kaum Zweifel, dass die entscheidenden Anstöße für die Entstehung des Dorfes auf die fränkische Landnahme zurückzuführen sind.

Noch heute prägt die Kirche mit den sich anschließenden mächtigen Konventsbauten das Ortsbild. Allerdings entstammen die heutigen Gebäude erst der Spätphase des Klosters, der Mitte des 18. Jahrhunderts. Lediglich der baugeschichtlich bedeutende Chor der Kirche, ein Werk der frühen Gotik, ist älter. Der Beginn seiner Erbauung ist nicht genau zu bestimmen; sehr wahrscheinlich liegt er in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Das Kloster mit seinen Mönchen prägte die Vergangenheit des Ortes entscheidend. Die Bewohner des Dorfes Pfaffen-Schwabenheim unterstanden dem Probst völlig: Sie mussten Frondienste leisten, wie drei Tage Frucht für den Herrn einfahren, einen Tag bei der Weinlese helfen und andere Hilfsdienste verrichten. Der größte Teil der Gemarkung gehörte dem Kloster, wenn auch von Anfang an noch andere Grundbesitzer in der Gemarkung des Dorfes über Besitz verfügt haben müssen; denn nach dem Pfaffen-Schwabenheimer Weistum bestand neben dem Hof des Probstes eine selbständige Gemeinde.

Seit der Übergabe des Klosters an das Erzstift Mainz im Jahre 1130 war die Klostervogtei in den Händen der Sponheim, seit 1437 bei ihren Erben Kurpfalz, Baden und Veldenz/Zweibrücken. Einen Aufschwung erlebte das Stift im 15./16. Jahrhundert.
Die Blütezeit während der Zeit seiner Unterstellung unter die Windesheimer (bei Zwolle in Holland) Kongregation dauerte fast 100 Jahre und endete in den Glaubenskriegen des 16. Jahrhunderts. 1566 beschlossen die Sponheimer Erben das Stift aufzugeben.

1697 kehrten die Augustiner-Chorherren unter dem Prior Martels zurück, der in das Ordenshaus eintrat. Unter seiner Leitung entstanden die heute noch stehenden Konventsbauten.

Das Zeitalter der französischen Revolution beendete dies alles. Im Zuge der Säkularisierung geistlicher Güter wurde das Kloster im Jahre 1802 aufgehoben.

Auch in Pfaffen-Schwabenheim bedeutete die Eingliederung des Dorfes ins französische Staatsgebiet (1797/98) das Ende der jahrhundertealten Herrschaftsstruktur. Das Kloster wurde aufgelöst; seinen reichen Besitz erklärten die Franzosen zum „Nationalgut" und versteigerten ihn.

Pfaffen-Schwabenheim war damals ein kleiner Ort. 1815 hatte er 404 Einwohner. Im Zuge der allgemeinen Entwicklung erhöhte sich die Bevölkerungszahl bis 1846 fast um die Hälfte auf 601, bis 1905 auf 660 Menschen.

1870 nahmen mehrere Pfaffen-Schwabenheimer am Feldzug gegen Frankreich teil, einer kehrte nicht zurück. Die Namen der gefallenen Soldaten stehen auf einer Namenstafel des Kriegerdenkmals in der Ortsmitte. Die moderne Zeit hielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Einzug. 1903 wurde die Wasserversorgung durch den Bau einer Wasserleitung sichergestellt, 1912 verlegte man elektrischen Strom in das Dorf.     
Wenig später wurde Pfaffen-Schwabenheim an das Netz der Bad Kreuznacher Straßenbahn angeschlossen, die von der Badestadt über Bosenheim nach Pfaffen-Schwabenheim und weiter nach Sprendlingen und St. Johann führte. Sie fuhr auf dieser Linie bis 1952.

Das Kriegerdenkmal auf dem Gemeindefriedhof erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege: 22 Soldaten ließen im I. Weltkrieg ihr Leben, im II. Weltkrieg waren 53 Todesopfer aus der Gemeinde zu beklagen. Am 17. März 1945 rückten die Amerikaner gegen das Dorf vor. Sie belegten es mit Artilleriebeschuss und ließen es durch Jagdflieger bombardieren. Verschiedene Häuser wurden beschädigt, zwei Einwohner kamen ums Leben. In den 60er und 70er Jahren profitierte Pfaffen-Schwabenheim davon, dass viele Bürger aus Bad Kreuznach ihr Eigenheim in den stadtnahen Gemeinden errichteten. Seit 1955, als 774 Personen in Pfaffen-Schwabenheim wohnten, konnte die Gemeinde ihre Einwohnerzahl ständig erhöhen, anfangs der 80er Jahre waren es schon 915 Einwohner im Jahr 2011 liegt die Zahl der Einwohner bei rund 1350.