Zeitreise durch die Geschichte

Pfaffen-Schwabenheim hat eine bewegte und interessante Geschichte. Deshalb veranstaltet die Gemeinde – meist im Frühling und Herbst – für interessierte Bürger und Gäste einen historischen Rundgang.

 

Bei Rodungen - vor wenigen Jahren – wurden zum Beispiel zufällig Dachziegel und Keramikreste gefunden. Dr. Rupprecht, von der Direktion „Kulturelles Erbe“ in Mainz, erkannte auf den ersten Blick einen typischen Stein, der mit einem Metallkamm zugefügte Ritzen hatte. Eine Technik damit „Opus caementitium“ – der Vorläufer unseres Mörtels  - besser hielt. Auch die gefundenen Scherben konnten schnell der Dacheindeckung einer „Villa Rustica“ zugeordnet werden. Zahlreiche Reste werden unter der Erdoberfläche vermutet. Die „Römer-Villa“ ist für Pfaffen-Schwabenheim ein wichtiger Teil seiner Geschichte und soll irgendwann ausgegraben werden.

 

Hier weitere Highlights aus dem historischen Rundgang:

In der Zeit zwischen 1907 und 1908 wurde die Evangelische Kirche erbaut. Auffällig der wuchtige Turm und die Schallfenster. Der Baustil eine Mischung aus Romanik, Jugendstil und Historismus.

 

Direkt gegenüber der Kirche liegt das ehemalige Gasthaus Diegel (Germania). Es war früher bei der Wallfahrt ein Treffpunkt. Die Pferde fanden Platz im den Stallungen unter Kreuzgewölben.

 

In unmittelbarer Nähe der Evangelischen Kirche befindet sich „in Frankreich“ - drei Häuser mit kleinen Fenstern.  Eine Erklärung für die sehr kleinen Fenster könnte die französische Fenstersteuer sein, die damals erhoben wurde. Denkbar wäre auch, dass dort um 1800 die Feldküche der französischen Soldaten untergebracht war.

 

Neben dem Friedhof das Spritzenhaus aus den dreißiger Jahren, welches sogar noch in den sechziger Jahren in Betrieb war.

 

Eine Sehenswürdigkeit ist auch das Fachwerkhaus der Familie Thomas aus der Barockzeit, welches 1685 erbaut wurde

und die „Mühle Hoch“ aus dem 17. Jahrhundert.

 

Weit über die Grenzen hinweg bekannt sind das Kloster und die Klosterkirche. Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift ist die größte, unveränderte barocke Klosteranlage in Rheinland-Pfalz. Die Klosterkirche war wohl seit dem frühen 18. Jh. von der katholischen und der protestantischen Gemeinde simultan genutzt worden. 

Ausführliche Informationen zum barocken Langhaus, dem Chor von 1250, der  Sakristei mit wervollen Stuckarbeiten und dem Oratorium erfahren Sie bei der Kirchenführung.

Das Kloster hat insgesamt sieben private Eigentümer. Zwei Teile und eine Gartenanlage gehören der Familie Mahlke. Einige Räume stehen als Museum zur Verfügung und können auf Anfrage besichtigt werden (Tel.: 06701-7144)

Wenn Sie jetzt Lust auf einen historischen Rundgang haben, um mehr zu sehen und mehr zu erfahren, sollten Sie sich für die nächste Führung über den Ortsbürgermeister anmelden.